Neuer Weg für die grüne Wasserstoffökonomie: Kommerzielle Produktion von erneuerbarer Ameisensäure realisiert, ISCC PLUS-Zertifizierung bietet eine kohlenstoffarme Lösung für Wasserstoffspeicherung und Futtermittelkonservierung
Da der weltweite Übergang zu grünem Wasserstoff und nachhaltigen Chemikalien zunehmend voranschreitet, gewinnt Ameisensäure – ein herkömmliches chemisches Produkt – erneut an industrieller Bedeutung. Kürzlich hat erneuerbare Ameisensäure, die aus direkt aus der Atmosphäre gewonnenem CO₂ und grünem Wasserstoff hergestellt wird, eine kommerzielle Produktion im Maßstab von Zehntausenden Tonnen erreicht und die Internationale Nachhaltigkeits- und Kohlenstoffzertifizierung (ISCC) PLUS erhalten. Dieser Fortschritt positioniert Ameisensäure nicht nur als effizienten flüssigen organischen Wasserstoffträger, sondern auch als kohlenstoffarme oder kohlenstoffneutrale Alternative für traditionelle Anwendungen wie die Tierfutterkonservierung und die Ledergerberei.
1. Technologischer Durchbruch: Integration von grünem Wasserstoff und Kohlenstoff sowie Niederdrucksynthese
Die zentrale Innovation dieser industriellen Produktion liegt in der Nutzung von erneuerbarem Strom zur Umgestaltung des herkömmlichen Synthesewege für Ameisensäure.
Kohlenstoffabscheidungs- und Aktivierungstechnologie
Ein patentiertes Verfahren nutzt modulare Direktluftabscheidesysteme, um Kohlendioxid zu gewinnen, das dann katalytisch mit grünem Wasserstoff reagiert, der durch Wasserelektrolyse erzeugt wird. Der gesamte Betrieb wird durch Wind- und Solarenergie betrieben, was das Recycling von Kohlenstoff und eine nachhaltige Nutzung ermöglicht.
Niederdruck-Hochleistungssynthese
Durch den Einsatz fortschrittlicher heterogener Katalysatoren reduziert der Prozess den für die traditionelle Synthese erforderlichen Druck von etwa 40 bar auf unter 10 bar, während die Reaktionstemperatur auf unter 80 °C sinkt. ° C. Dies reduziert sowohl den Energieverbrauch als auch die Kapitalinvestitionen erheblich, wodurch erneuerbare Ameisensäure erstmals kommerziell wettbewerbsfähig wird.
2. Ultra-reine Raffination und Kontrolle des Wassergehalts
Durch die Mehrfachdestillation in Kombination mit der Molekularsieb-Adsorptionstechnologie erreicht die Endproduktkonzentration ≥99,5 %, während der Wassergehalt streng auf ≤0,05 % kontrolliert wird. Ein extrem geringer Wassergehalt ist entscheidend für die Reduzierung der Korrosionsgefahr und die Verlängerung der Lebensdauer des Katalysators in Wasserstoffträgersystemen.
3. Auswirkungen auf die Industrie: Erweiterung der Anwendungen in der Wasserstoffenergie und den grünen Chemikalien
Unabhängige Bewertungen haben das erhebliche Potenzial von erneuerbarer Ameisensäure in zwei wichtigen Anwendungsbereichen bestätigt.
Szenario 1: Flüssiger organischer Wasserstoffträger (LOHC)
Die Wasserstoffspeicherdichte beträgt 4,3 Gew.-%, was eine sichere Flüssiglagerspeicherung und den Transport unter Umgebungstemperatur ermöglicht. Dies hilft, die Kosten- und Sicherheitsherausforderungen im Zusammenhang mit der Lagerung von komprimiertem oder kryogenem Wasserstoff zu überwinden.
Verbesserte Niedertemperatur-Dehydrierungskatalysatoren ermöglichen eine effiziente Wasserstofffreisetzung bei 90–120 Grad. ° C, die dezentralisierte Wasserstofftankstellen und Notstromsysteme unterstützt.
Szenario 2: Grüne Alternative für traditionelle Industrien
In der Silagefutterindustrie können ihre netto-kohlenstoffneutralen Eigenschaften den Viehproduzenten dabei helfen, Kohlenstoffemissionen zu reduzieren und die Nachhaltigkeitsanforderungen großer Lebensmittelversorgungsketten zu erfüllen.
Im Lederektor bietet es ein rückverfolgbares, kohlenstoffarmes Gerbmittel mit zusätzlichem Umweltwert.
4. Marktwettfähigkeit und Zukunftsaussichten
Obwohl erneuerbare Ameisensäure derzeit teurer ist als herkömmliche Produktionswege, werden ihre Gesamtkosten für die Wasserstoffnutzung zunehmend wettbewerbsfähiger, wenn man die Kosten für Wasserstoffkompression, -speicherung, -transport und -sicherheit berücksichtigt. In grünen Premiummärkten können Produkte aus erneuerbarer Ameisensäure einen Preisvorteil von etwa 15–25 % erzielen.


